Sonntag, 18. September 2016

Wandern auf dem Eggeweg 71,5 km

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Herbstwanderung auf dem Eggeweg 71,5 km



Urlaub auf Mallorca ist uns doch zu langweilig. Nur am überfüllten Strand zu liegen, sich nicht viel bewegen und das Tag für Tag ist nicht unser Ding. Dabei liegt das Gute so nah. Wandern ist gesund und tut dem Körper und dem Geist gleichermaßen gut. Bei einer Fernwanderung kann man wunderbar vom Alltag abschalten und sich auf die Wanderetappen einlassen. Nachdem wir im Juni eine Woche auf dem Schluchtensteig im Hochschwarzwald  gewandert sind, werden wir in diesem Herbst eine Fernwanderung  auf dem Eggeweg durchführen.


Der Eggeweg, ein Wanderweg mit dem Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ seit 2004, ist 71 km lang und bietet mit seinen drei Etappen als Kammweg des Eggegebirges wunderbare Aussichten.


Wir werden 1260 m Aufstieg und 1120 m Abstieg passieren. Zusammen mit dem Hermannsweg, der nördlichen Verlängerung bis Rheine, ist der Eggeweg Kernstück der Wanderregion "Hermannshöhen".


Der Eggeweg starte bei den Externsteinen bei Horn-Bad Meinberg und endet nach insgesamt drei Wandertagen in Marsberg. Unsere Etappen sind:

Etappe 1: Horn-Bad Meinberg nach Bad Driburg ca. 22 km plus X
Etappe 2: Bad Driburg nach Kleinenberg ca. 26 km plus X
Etappe 3: Kleinenberg nach Marsberg ca. 23 km plus X

Unser Markierungszeichen ist  "X", "E1" weiße Zeichen auf schwarzem Spiegel

Schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit wurde dieser Grenz- und Höhenweg als Heer- und Handelsstraße genutzt. Heute ist es ein Weg für Naturliebhaber und Wanderer, der seine gesamte Route durch den Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge führt und zu den schönsten Wanderwegen im westfälischen Raum zählt.

Auf der Wanderung durch eine der laubholz- und buchenreichsten Regionen in Nordrhein-Westfalen gelangt man von den gewaltigen Sandsteinfelsen der Externsteine im Norden, durch das romantische Silberbachtal hinauf zum Lippischen Velmerstot (441m) und zum Preußischen Velmerstot (468 m), der höchsten Erhebung des Eggegebirges. Von dem 2004 errichteten 17 m hohen Eggeturm hat man einen grandiosen Rundum-Blick.

Über den bewaldeten Kammweg, der immer wieder schöne Aussichten auf weitläufige Täler frei gibt, geht es weiter südwärts. Dabei kann man auf dem Weg nach Ober-Marsberg im Diemeltal viele einzigartige Natur- und Kulturschätze - beispielsweise die Iburg bei Bad Driburg, den Eggedom und die Karlsschanze - entdecken.

Wir sind gespannt und wir werden von unserer Wandertour berichten.


Das Höhenprofil des Eggeweges

 

Donnerstag, 1. September 2016

Heideblütenwanderung Panorama-Weg 14 km Amelinghausen

Vor zwei Jahren war ich zuletzt hier. Da habe wir diesen wunderbaren Wanderweg im Februar bei Frühlingstemperaturen genossen. Heute wird Ende August 26 Grad werden. Wir starten bei 22 Grad. Fürs Wandern gerade noch erträglich und die Heideblüte lockt uns.

Rund um Amelinghausen gibt es drei Wanderwege, die sehr lohnswert sind, da gerade im August die Heideblüte wunderbare Wandererlebnisse bieten.

Nähere Informationen, Karten und GPS Daten zu den Wanderwegen erhältst du über die Links:
 Amelinghausen.de

Der Königinnen-Weg 11 km Länge
Der sagenhafte Hünenweg mit 13 km Länge
Der Heide-Panorama-Weg mit 14 km Länge


Der Heide-Panorama-Weg scheint für uns heute der richtige Einstieg für die Heideblüte zu sein. Dieser Wanderweg ist ein Rundwanderweg und setzt sich aus der Teilroute Schwindebeck mit 6,8 km und der Teilroute Soderstorf mit 7,2 km zusammen. Je nach Lust und Kondition kann man also verkürzen oder verlängern.

Der Einstieg ist frei wählbar. Wir entscheiden uns für das Gut Thansen. Dort wollen wir nach der Tour einkehren. Empfehlenswert ist auch der Parkplatz Schwindebecker Heide.

Da wir schon eine Menge Heidewanderwege kennengelernt haben, sind wir gespannt, ob die Ankündigungen jetzt immer noch zutreffen. Naja, Geheimtipp bedeutet, die Messlatte ziemlich hoch zu hängen. Es geht los.

Zunächst geht es am Seminar- und Eventzentrum Gut Thansen vorbei. Hier sehen wir die erste Schautafel der Strecke. Der Wegweiser dieser Strecke ist das A und der gelbe Pfeil auf blauen Hintergrund.
Eins vorweg; die Strecke ist wirklich effektiv und perfekt ausgeschildert.

Es geht nun durch Kiefernwälder, an Wiesen und Felder vorbei. Der Einstieg beim Gut Thansen ist etwas verträmt. Wir passieren die Güterbahnstrecke, kurz darauf die Landstraße K 44 und folgen der Wegführung durch einen kleinen Wald. Rechts sehen wir im Schutz einiger Bäume eine archäologische Grabanlage mit einem Steingrab aus der Jugendstilzeit.
 
 Es ist ein rekonstruierter Grabhügel der Bronzezeit mit einer Auswahl von Grabmarkierungen eines Urnenfriedhofes der älteren bis mittleren vorrömischen Eisenzeit.

Dann stoßen wir auf die erste große Heidefläche. Die Heideblüte ist noch im vollen Gange. Die Ruhe hier ist erholsam. Obwohl die Strecke hier sehr schön und idyllisch ist, begegnen wir hier kaum Wanderer. Wir machen auf einer Bank mit guten Blick über die Heidefläche Rast und genießen die Atmosphäre mit der besonderen Ausstrahlung.

Kurz darauf verlassen wir die Heide und passieren eine Wegkreuzung. Achtung: Hier trennt sich die Teilroute Soderstorf nach rechts und hier beginnt die Teilroute Schwindebeck nach links. Da wir die Gesamtroute gewählt haben, halten wir uns links und folgen die Teilroute nach Schwindebeck auf der Asphaltstrasse. Die Strecke ist nun etwas monoton, allerdings bietet ein Cafe zur Einkehr. Dann erreichen wir das Ortseingangsschild, halten uns an der Landstraße K 44 rechts, bis wir nach wenigen 100 m nach der Bushaltestelle links dem Wegweiser folgen.

Nach dem Bahnübergang geht es rechts weiter und wir folgen einige Zeit dem Bahndamm. Dann erreichen wir die Kieselgur-Teiche.
 
 Die Sonne spiegelt sich dort im Wasser und wir nutzen die Idylle, um eine Rast zu machen. Ein Stempelkasten gibt Informationen zu diesem Wanderpunkt und den ersten Stempel für das Armelinghausener Wanderdiplom.

Das Kieselgurvorkommen im Luhetal wurde 1849 bekannt. Die Kieselgur entsteht aus den Panzern abgestorbener Kieselalgen. Sie ist ein Absatzgestein, das in Seen in Schichten mit Tonen vorkommt. Kieselgur wird u.a. zur Anfertigung von Isolierstoffen und Filtermasse genutzt, aber auch zum Transport von Nitroglyserin. Da sehen wir es; Wandern bildet.

Weiter geht´s durch einen weiteren Kiefernwald. Die Sonne zeigt uns ihre Wärmkraft. Nur der Wind ist noch etwas kühl. Nochmals passieren wir die Bahngleise und die K 44 und erreichen den Parkplatz Schwindebecker Heide.

Die Schwindebecker Heide ist auch ein Geheimtipp. Sie wurde bis 1990 militärisch genutzt. Man kann heute noch die Panzerspuren erkennen, aber sie hat sich eindrucksvoll revitalisiert. Wir holen uns den zweiten und dritten Wanderstempel. Eine Heidschnucke und einen Panzer. Heidschnucken sehen wir heute nicht. Nur ein Hund mit braunem Zottelfell begrüßt uns neugierig. Eine schöne Aussicht bietet uns der Feldherrenhügel, wo neue Bänke zur Rast einladen. Weiter geht es bis zu einem Parkplatz rechts in einem Wald.

Nun erreichen wir die Schwindequelle, die zweitwasserreichste Quelle Niedersachsens und wirklich ein wahres Kleinod. Wir folgen den Hinweisen nach Soderstorf.
 
Wieder an Maisfeldern und durch Wälder entlang, passieren wir nach endloser Geraden den Hamberg und erkennen Soderstorf von weitem. Dort halten wir uns an die Wegweiser Richtung Gut Thansen.

 Hinter der Luhebrücke geht es rechts und nach einem Kilometer sind wir an unserem Ausgangspunkt angekommen und kehren beim Gut Thansen ein. Für diese 14 km benötigten wir knapp 3 Stunden Laufzeit.

Fazit: Überraschend schöne Heide-Wanderstrecke. Sie bietet zu jeder Jahreszeit eine abwechslungsreiche Landschaft und ein schönes Wandererlebnis. Sehr gute Wegführung, sicher beschildert. Unterwegs bieten überall Bänke dem Wanderer eine Rastmöglichkeit. Die Streckeneigenschaft ist relativ eben, hauptsächlich Sand- und Feldweg. Sehr lohnenswerte und empfehlenswerte Wanderstrecke. Auch nach der zweiten Wanderung dieser Strecke bleibt dieser Wanderweg ein Geheimtipp.



Hier die Links zu unseren Posts über die drei Wanderwege:

Wanderwege Amelinghausen

Freitag, 12. August 2016

6. Etappe auf dem Schluchtensteig von Todtmoos nach Wehr 24 km




Heute ist der 05.06.2016. Das Wetter macht uns heute noch mehr Sorgen. Heute ist unsere letzte Etappe auf dem Schluchtensteig und es sah heute im frühen Morgen so aus, als ob wir diese einstellen. Kräftiger Dauerregen kam die Nacht runter, dazu noch starker Wind. Aber nach dem Frühstück war es nur noch ein leichter Regen und der Wind hat nachgelassen. Wir beschließen die Wandertour abzuschließen und nach dem Frühstück zu starten. Die Pfade in den Bergschluchten werden allerdings feucht und rutschig sein. Aber das kennen wir ja schon.

Zuerst führt uns der Weg durch die Innenstadt von Todtmoos. Langsam geht es aus Todtmoos hinaus und wir passieren gleich im Anschluss breite Forst- und Waldwege.
    
Hier können wir Strecke machen und unser Tempo ist gut. Rechts der Wehra geht der Schluchtensteig anfangs durch das zahme Tal nach Süden. Nach knapp vier Kilometer passieren wir den Ortsteil Schwarzenbach.

Hier lädt uns eine Einkehrmöglichkeit ins Landgasthaus Sternen ein. Dafür ist es noch zu früh und so wandern wir weiter bis der Wanderweg bei Au in den Talgrund zurückkehrt.
Nun wechseln wir die Flussseite. Hier rücken die Talflanken dichter zusammen und es wird nun steiler und felsiger. Die felsigen Bannwaldhänge bauen sich bis zu 200 m hoch über dem in der Tiefe schäumenden Fluss auf.
 
Der Weg wird schmal und rutschig, verläuft in kleinen Auf und Ab direkt am Berg entlang. Nebelschwaden schweben gespenstisch über den schmalen Pfad in den Bergen. Nun ist Trittsicherheit gefordert. Nun nur nicht abrutschen.
Dann treffen wir auf eine kleine Bank mit Aussicht ins Tal. Dann treffen wir auf einen breiten Forstweg, den wir nach kurzer Zeit wieder verlassen.
 
Nun geht es nach rechts auf schmalen Pfad direkt am Bach entlang. Der wurzelige und teils felsige rutschige Steig verläuft direkt am Wasser. Hier faszinieren kleine Wasserfälle, bizarre vermooste Steine und Felsblöcke bis zur alten steinernen Wehratalbrücke auf 593 Hm. Hier rauscht die Wehra mit lautem Getöse ins Tal.
Hier machen wir erst einmal eine Rast. Nun geht es über die Straße links und gleich wieder rechts auf einen schmalen Waldpfad in den Wald. Der Pfad geht schmal bergauf, während links unter uns die Wehra tobt.
 
Der Pfad geht auf und ab, bis wie die 720 HM erreichen. Hier herrscht eine üppige Fauna. Die Luft ist warm und feucht, wie in einem Tropenwald. Nach kurzer Zeit hört der Regen auf und die Sonne kommt durch.
Dann erreichen wir einen steilen Hang. Nun geht es ständig in Schleifen leicht bergab. Es geht über verschiedene Wassergräben, umgestürzte liegende Bäume bis wie endlich auf einen breiten Wegabschnitt stoßen. Es geht nun in Richtung Wehrastausee.
Bald sehen wir von weitem den Stausee, die gewaltige Staumauer und erreichen das Stauwehr. Wir überqueren die Staumauer bis zur Bundesstraße. Dort passierten wir die lange steile Steintreppe mit mehr als 200 Stufen abwärts.
 
Am unteren Ende folgen wir die Schluchtensteigmarkierung entlang der Wehra bis wir unser Wanderziel, das alte Schloss Wehr, erreichen. Dort feiern wir unser Wanderziel unserer Schluchtensteig-Wanderung. Sechs Tage waren wir unterwegs und nun ist unser Wanderprojekt geschafft.  

Fazit: Die 6. Etappe hat uns alles noch einmal abverlangt. Es war eine wunderschöne verträumte Wandertour über erst breite Forst- und Waldwege und über sehr schmale steile Pfade einer schönen abwechslungsreichen Hochschwarzwaldlandschaft. Länge 24 km. Es war eine mittelschwere Wandertour mit 320 HM auf- und 770 HM abstieg. Für diese Strecke brauchten wir 6:10 Laufstunden. Der höchste Punkt war 870 HM bei Schwarzenbach, die niedrigste Punkt bei 350 HM in Wehr.
 
Nun haben wie die Tour geschafft. Heute machen wir uns noch einen netten Abend in dem kleinen Städtchen Wehr. Die Kondition hat gehalten, ebenso das Schuhwerk auch und wir haben keine Blasen bekommen. Die Zweisockentechnik hat sich wieder einmal bewährt.

Achtung: Für diese Strecke Getränke und Proviant nicht vergessen. Auch diese sechste Etappe des Schluchtensteiges war perfekt ausgeschildert.