Samstag, 11. Juli 2020

Der Reiz der Fernwanderwege „Der Weg ist das Ziel“

Der Reiz der Fernwanderwege „Der Weg ist das Ziel“ 

Seit 2013 machen Ella und ich Fernwanderreisen. Angefangen sind wir mit dem Hexenstieg im Harz, weiter mit dem Weserberglandweg und im Anschluss auf dem Schluchtensteig im Schwarzwald. Das Mittelgebirge und der Schwarzwald sind wandertechnisch sehr schön, aber die großen Herausforderungen beim Wandern erlebt man auf den alpinen Wanderrouten. 

2017 und 2018 haben wir die Fernwanderwege auf 14 statt 7 Tage verlängert. Auch die Strecke mit den vielen Höhenmetern sind anspruchsvoller geworden. 

Dies stellte uns schon vor neuen Herausforderungen. Es kamen Fragen auf wie „Schaffen wir die lange Alpin Route Allgäuer Wasserläufer - Himmelsstürmer“? „Was kommt konditionell auf uns zu?“ Wir hatten sehr viel Respekt vor der neuen Strecke, die neue Aufgabe, das neue Projekt. 

Die Etappen des 1. Wanderteils der Allgäuer Wandertrilogie Wasserläufer - Himmelstürmer Route sind


Etappe 1: Halblech auf die Kenzenhütte 15,5 km
Etappe 2: Kenzenhütte nach Füssen 21,8 km
Etappe 3: Füssen nach Pfronten 17,3 km
Etappe 4: Pfronten nach Oy-Mittelberg 20,5 km
Etappe 5: Oy-Mittelberg nach Rettenberg 24,3 km
Etappe 6: Rettenberg nach Burgberg 17,2 km (plan)
Etappe 7: Burgberg auf den Mittagberg - Immenstadt 15,2 km
Etappe 8: Mittagberg - Bühl am Alpsee 17,8 km
Etappe 9: Bühl a. Alpsee - Oberstaufen 20,2 km


Der erste Teil der Allgäuer Wandertrilogie Wasserläufer - Himmelsstürmer Route führte uns Halblech nach Oberstaufen. Da uns diese Allgäuer Landschaft faszinierte, haben wir uns für das Jahr 2018 die zweite Hälfte, der Allgäuer Himmelstürmer von Oberstaufen nach Pfronten, vorgenommen. Diese Route ist recht anspruchsvoll. Sie ist ca. 180 km lang und man muss insgesamt 9000 Höhenmeter überbrücken. Dafür wird man mit vielen tollen Ausblicken auf verschiedene Gipfel belohnt. Die Krönung ist der Aggenstein. Dort übernachteten wir in der Bad Kissinger Hütte, bevor es dann zum Abstieg nach Pfronten ging.

Etappe 10: Oberstaufen zum Staufner Haus 16,8 km Aufstieg 1622 HM Abstieg 784 HM
Etappe 11: Staufner Haus nach Balderschwang 15,6 km Aufstieg 583 Abstieg 1165 HM
Etappe 12: Balderschwang zur Grasgehrenhütte 18,2 km Aufstieg 1061 Abstieg 668 HM
Etappe 13: Grasgehrenhütte nach Ofterschwang 15,3 km Aufstieg 721 HM Abstieg 1315 HM

 



Etappe 14: Ofterschwang nach Oberstdorf 24,8 km Aufstieg 439 HM Abstieg 477 HMer_22.html
Etappe 15: Oberstdorf zum Edmund-Probst-Haus (Nebelhorn) 13,5 km Aufstieg 1303 HM Abstieg 196 HM
Etappe 17: Schwarzenberghütte nach Bad Hindelang 19,5 km Aufstieg 640 HM Abstieg 1193 HM
Etappe 19: Schattwald nach Tannheim 13,6 km Aufstieg 253 HM Abstieg 247 HM
Etappe 20: Tannheim zur Bad Kissinger Hütte (Aggenstein) 15,6 km Aufstieg 1008 HM Abstieg 336 HM
Etappe 21: Bad Kissinger Hütte nach Pfronten 14,3 km Aufstieg 376 Abstieg 1285 HM

Wir haben die Strecken geschafft. Eine tolle naturbezogene Landschaft hat uns fasziniert. Unterwegs ist man auf der Strecke alleine und man sieht lange keine Menschenseele. Dafür kann man die Natur genießen, die Ruhe und die Einsamkeit. Man ist mitten in der Landschaft und ist sogar ein Teil von ihr. Das schöne beim Wandern ist, dass man den Alltag schnell vergessen und abschalten kann. Konditionell ist es aber wichtig, sich auf die Strecke vorzubereiten.

 

Auch die richtige Wanderausrüstung ist wichtig und vor allem die richtigen Wanderschuhe. Wir haben unterwegs viele Wanderer mit furchtbaren Füßen gesehen, geplatzte Blasen und rohem Fleisch. Das ist dann kein Vergnügen mehr.
 
Auch der Wechsel zwischen Natur, Berge, Wanderpfade und den Einkehrmöglichkeiten in Hütten, Pensionen und Hotels in den Dörfern oder Städten ist eine gute Abwechslung. Am Ende der Tour ist man froh und stolz, die Route geschafft zu haben, aber auch traurig, sie zu beenden und wieder nach Hause zu fahren. Das liegt vielleicht daran, das man ein inniges Verhältnis zur Landschaft bekommen hat, weil man sie gespürt, gerochen, gesehen und geschmeckt hat.

Man fragt sich auch, was ist eigentlich der Reiz an so einer langen anstrengenden Wandertour. Warum fahren wir nicht an die Küste und legen uns an den Strand und genießen dort das Meer. Das haben wir nach der ersten Tour gemacht und haben festgestellt, es ist einfach langweilig am Strand. 

Es fehlt die Herausforderung, den Willen, den Körper zu fordern und die Landschaft zu genießen und das Leben zu entschleunigen. All das hat man am Strand nicht. 2019 haben wir als weitere Fernwanderung Nordtirol in Österreich durchgeführt und haben Abenteuer auf  dem Adlerweg erlebt. In diesem Jahr waren wir in Oberstdorf und haben eine Sternwanderung im Kleinwalsertal durchgeführt. Schau doch mal rein und lass Dich inspirieren.

Samstag, 4. Juli 2020

Wandern um Oberstdorf und im Kleinwalsertal



In diesem Jahr 2020 haben wir uns keine Fernwanderung mit all den Vor- und Nachteilen ausgesucht, sondern wollen Oberstdorf und seine Umgebung inkl. dem schönen Kleinwalsertal erkunden. Wir waren in diesem Jahr 14 Tage in Oberstdorf und haben bei z.T. durchwachsenem Wetter viele Wandertouren unternehmen können.

Das Allgäu ist uns durch unsere Fernwanderungen 2017 und 2018 von Halblech nach Oberstaufen und Pfronten gut bekannt. Auf diesen Wanderungen konnten wir Alpinerfahrungen sammeln. Oberstdorf und Umgebung haben wir als einen guten Wanderausgangspunkt kennengelernt. So sind wir auch auf das Nebelhorn gekommen und kannten diesen Teil der Gegend. In diesem Jahr war die Nebelhornseilbahn und auch die Söllereckbahn wegen Umbaumaßnahmen gesperrt und werden erst Ostern 2021 voraussichtlich wieder verfügbar sein. Da wir uns allerdings auf das Kleinwalsertal konzentrieren wollten, war dies allerdings kein Problem.

Hier einige Daten zu Oberstdorf und dem Kleinwalsertal:

Wo heute Oberstdorf liegt, bedeckte vor rund 20.000 Jahren während der Würm-Kaltzeit mehrere Hundert Meter dickes Eis das Gelände. Ist noch garnicht lange her. Oberstdorf befindet sich im innersten Kessel vor einer Bergwelt, die sich geradezu kulissenartig aufbaut. Wie Finger einer gestreizten Hand greifen Furchen von Breitach, Stillach, Trettach und Oybach in die Gebirgsmasse der Allgäuer Alpen hinein.


Lt. Wikipedia ist Oberstdorf ein Markt im bayerischen Landkreis Oberallgäu in Deutschland.
Der heilklimatische Kur- und Kneippkurort dient mit seinen alpinen Skigebieten am Nebelhorn, dem Söllereck und dem Fellhorn/Kanzelwand, den Langlaufloipen, dem Eisstadion und auch den Skisprungschanzen sowie der Skiflugschanze als Wintersportplatz und ist zudem ein beliebtes Ziel für Bergsteiger.

Oberstdorf, die südlichste Gemeinde Deutschlands, liegt im Oberstdorfer Becken im Illertal, in den Allgäuer Alpen. Der Illerursprung liegt bei Oberstdorf. Mit einer Ausdehnung von 230 km² ist Oberstdorf nach der Landeshauptstadt München und Lenggries flächenmäßig die drittgrößte Gemeinde im Freistaat Bayern. Sie liegt auf 813 Meter Höhe.



Das Kleinwalsertal (auch: Kleines Walsertal | walserdeutsch nur Walsertal) liegt in den Allgäuer Alpen und gehört zum österreichischen Bundesland Vorarlberg. Das Tal liegt im Gemeindegebiet von Mittelberg und ist Teil des Bezirks Bregenz. Aufgrund der geographischen Lage mit seiner alpinen Geländestruktur hat das Kleinwalsertal keine direkte Verkehrsverbindung zum übrigen Vorarlberger Land. Das Tal ist nur von der Nachbargemeinde Oberstdorf in Bayern auf einer Straße zu erreichen. Für die Bundesrepublik Deutschland handelt es sich damit um eine sogenannte funktionale Enklave (vgl. auch Jungholz).

Der Name des Tals kommt von den Walsern, die im 13. Jahrhundert aus dem Wallis hierher zogen (siehe auch Großwalsertal). Auch wenn die einzige Straßenverbindung über Oberstdorf führt, gehört das Kleinwalsertal nicht zum Allgäu.


Das Kleinwalsertal wird fast vollständig von hohen Bergen umschlossen. Von ihnen wird das Kleinwalsertal gegenüber dem übrigen Staatsgebiet Österreichs abgeschnitten. Deren höchste Erhebung ist der Große Widderstein (2536 m). Die Wandergebiete sind sehr gut mit Bussen von Oberstdorf zu erreichen.
Breitachklamm
Fiderepasshütte


Weitere Berge sind der Elferkopf (2387 m), der Hohe Ifen (2230 m), die Kanzelwand (2058 m), das Fellhorn (2038 m) und das Walmendinger Horn (1990 m).


In unserer begrenzten Zeit in Oberstdorf werden wir einige von den 44 Ortsteilen und einige Berge kennenlernen. So starten wir nach einer ersten Ortsbegehung am zweiten Tag eine kleine Wanderung zum Warmwerden

  • von Oberstdorf nach Spielmannsau (Einöde) 8 km 
und steigern langsam unsere Konditon. Danach folgen die Wanderungen
Schattenbergkreuz
Oberstdorf vom Schattenberg











Hohe Ifen
 

  • Kleinwalsertal Baad - Derrenjoch - Hochstarzel - Starzelalpe - Baad 11,9 km
Diese Wanderungen sind bis auf die ersten drei einfachen Wanderwege Mittel. Es sind Wege und Bergpfade, die allerdings auch solide Trittsicherheit erfordern und in ausgesetztem Gelände auch Schwindelfreiheit. Sie sind i.d.R. ausreichend markiert, besitzen aber nicht selten einen schmalen Verlauf und können gesicherte Stellen aufweisen. Auf diesen Wegen ist z.T. gute Trittsicherheit, Trekkingschuhe, elementare alpine Erfahrung und durchschnittliches Orientierungsvermögen gefordert. T3 nach der Schwierigkeitsskala nach Muster der SAC.

Viel Spaß beim Nachwandern.



























 

Sonntag, 7. Juni 2020

Ausflug auf die Zugspitze

Nun waren wir schon dreimal in Garmisch-Partenkirchen und heute fahren wir nun endlich auf die Zugspitze. Das sollte man mindestens einmal im Leben gemacht haben, wenn man in Deutschland lebt.
 
Laut Wikipedia ist die Zugspitze mit 2962 m ü. NHN[2] der höchste Gipfel des Wettersteingebirges und gleichzeitig Deutschlands höchster Berg. Das Zugspitzmassiv liegt südwestlich von Garmisch-Partenkirchen in Bayern und im Norden Tirols. Über ihren Westgipfel verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich.
 
Südlich des Berges schließt sich das Zugspitzplatt an, eine Karst-Hochfläche mit zahlreichen Höhlen. An den Flanken der Zugspitze befinden sich drei der insgesamt fünf bayerischen Gletscher: der Nördliche und der Südliche Schneeferner, die beide in ihrem Bestand stark gefährdet sind, sowie der Höllentalferner.
 
Wer lieber das Abenteuer zu Fuß sucht, kann den Gipfel über drei Normalwege bezwingen. Von Nordosten aus dem Höllental, von Südosten aus dem Reintal und von Westen über das Österreichische Schneekar. Mit dem Jubiläumsgrat führt eine der bekanntesten Gratrouten der Ostalpen auf die Zugspitze. Die Zugspitze erhebt sich elf Kilometer südwestlich von Garmisch-Partenkirchen und knapp sechs Kilometer östlich von Ehrwald.
 
Der Berg ist heute mit drei Bergbahnen – der Tiroler Zugspitzbahn, der Bayerischen Zugspitzbahn und der Seilbahn Zugspitze – erschlossen.[3][4] Im Winter bedienen außerdem mehrere Skilifte ein Skigebiet auf dem Zugspitzplatt. Die Tiroler Zugspitzbahn und die Seilbahn Zugspitze sind Seilbahnen. zugspitze-info/bahnen-preise/ Da am heutigen Tag die neue Seilbahn Zugspitze wegen Wartungsarbeiten geschlossen war, nehmen wir die Bayerische Zugspitzbahn.
 
Sie ist eine Zahnradbahn, die auf Schienen und meistens in Tunneln, zum Zugspitzplatt einige hundert Meter unterhalb der Zugspitze fährt, von wo aus eine weitere Luftseilbahn zur Zugspitze führt. Alle Fahrten sind in dem Fahrpreis inklusive.

 
Die Fahrt auf die Zugspitze mit der Seilbahn dauert ca. 10 Minuten und gleitet königlich vom Fuße des Eibsees auf den Gipfel. Die Fahrt mit der Zahnradbahn dauert allerdings vom Eibsee bis zum Zugspitzplatt ca. 45 Minuten. Die Strecke geht langsam durch den Berg. Ein Erlebnis der Bergbaukunst. Auf dem Zugspitzplatt kann man viel entdecken und dort sogar im Sommer noch rodeln.

Das Platt (Zugspitzplatt) ist eine Hochfläche unterhalb des Zugspitzgipfels in südlicher und südöstlicher Richtung auf einer Höhe zwischen 2000 und 2650 m.Von hier aus kann man dann mit Luftseilbahn weiter zum Zugspitzmassiv fahren. Das Massiv der Zugspitze umfasst weitere Gipfel.
 
Die Atmosphäre und die Aussicht ist bei guter Sicht grandios und es ist wirklich ein einmaliges Erlebnis, was man so schnell nicht mehr vergessen wird.
 
Über den Westgipfel verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Damit gehört das Zugspitzmassiv zum deutschen Bundesland Bayern und zum österreichischen Tirol.
 
So kann man auf dem Westgipfel von Bayern auf die Österreichische Seite wechseln und umgekehrt. Früher war hier noch die richtige Grenze und man musste die Pässe vorzeigen.
 

Beim Bummeln auf dem Westgipfel der Zugspitze zwischen der Deutschen und der österreichischen Seite bekommt man eine große Ehrfurcht für die Menschenleistung, die dies alles geschaffen haben. Beim Anblick der Aussichtspattform und der Gebäude kommt man sich vor, als würde man auf eine Weltraumstation wandern. Sehr beeindruckend.