Freitag, 15. Juli 2016

Island – Wandern im Skaftafell-Nationalpark

Mit meiner neuen Rubrik >> E-Mail an den Wanderfreund << möchte ich allen eine Plattform geben, in der Ihr dem Wanderfreund von Euren Erlebnissen auf den Wanderwegen in aller Welt berichten könnt. Gerne sachlich informativ, gerne augenzwinkernd, doch Hauptsache mit Begeisterung. Interessiert? Dann sendet Euren Gastbeitrag per Mail an der-wanderfreund@web.de.  

Einen weiteren Auftakt, bei dem man Urlaubsstimmung und Reisefieber bekommt, macht Florian Huber aus Hamburg, der in seinem Gastbeitrag einen interessanten Wanderbericht von Island darstellt.  Sehr lesenswert. Wenn man ganz leise ist, hört man von weitem sogar den Isländischen Schlachtruf "Huh Huh". Vielen Dank dafür. Sehr gelungener Beitrag mit schönen Bildern.
Viele Grüße. Der Wanderfreund.



Island – Wandern im Skaftafell-Nationalpark

Der Skaftafell-Nationalpark – rund 320 km entfernt von Reykjavik im Süden Island gelegen – ist seit 2008 Teil des Vatnajökull-Nationalparks, des größten Gletschers Europas. An einem traumhaften Frühlingstag Mitte Mai planen wir eine Wanderung auf dem Skaftafellshei∂i, einem Hochplateau zwischen zwei Gletscherausläufern des Vatnajökull.

Vom Parkplatz am Skaftafell Visitor Center folgen wir zunächst dem gut beschilderten Weg S2 in Richtung Svartifoss, unserem ersten Etappenziel. Am Anfang geht es etwas steil bergauf, teilweise sind die Wege mit Gummimatten befestigt. 
 
Schon nach etwa 10 Minuten erreichen wir den ersten kleinen Wasserfall, den Þjófafoss. Wir folgen dem Weg weiter und stoßen nach weiteren 15 Minuten auf den etwas eindrucksvolleren Hundafoss. Von dort geht es weiter bergauf dem kleinen Flüsschen Stórilækur entlang.

Nach insgesamt 40 Minuten erreichen wir eine Anhöhe, von der aus wir den ersten Blick auf den großartigen Svartifoss erhaschen können. Der Wasserfall beeindruckt weniger durch seine Höhe oder seine Wassermassen, sondern durch die wie gemeißelt aussehenden, aber natürlich entstandenen Basaltsäulen, die ihn umgeben. Nach einem kurzen Abstieg können wir den Anblick auch aus der Nähe genießen.

Wir kehren wieder ein Stück zurück und überqueren den Bach, hier geht es wieder steiler bergan. Nach 10 Minuten verlassen wir an einer Gabelung den Weg S2 und biegen ab in Richtung Sjónarsker, einem Aussichtpunkt über den ganzen Skaftafellshei∂i. Kaum sind wir nicht mehr durch Felswände vom Wind abgeschirmt, wird es frisch. Statt T-Shirt ist nun die dicke Jacke angesagt – die Bedingungen wechseln schnell auf Island. Hier stoßen wir auf die große Enttäuschung des Tages: der Weg S3, der uns in einem großen Bogen über den Skaftafellshei∂i führen sollte, ist gesperrt. Der Weg konnte nach dem langen Winter noch nicht ausreichend wieder hergerichtet werden, so dass Touristen noch keinen Zutritt haben.

Wir ärgern uns nicht lange und wandern zurück zum Svartifoss. Kurz danach können wir auf den Pfad S6 abbiegen, der uns auf einem kürzeren Weg über das Hochland führen wird. Vor uns liegt eine flache Landschaft mit niedrigen kleinen, größtenteils noch blattlosen Birken, die einem kaum bis zur Brust reichen. In Island reicht das schon, um als Wald angesehen zu werden. Wir überqueren einige kleine Bäche und kommen nach einer knappen Stunde am östlichen Rand des Plateaus am Aussichtspunkt Sjónarnípa an. 
 
Hier erwartet uns ein fantastischer Ausblick auf den Skaftafellsjökull, den Auslassgletscher, der dem Nationalpark seinen Namen gibt. Mächtig schiebt sich das zerfurchte Eis vom in der Ferne erkennbaren Vatnajökull talwärts und geht 150 Meter unter uns in einen kleinen Gletschersee über.

Wir legen eine ausgiebige Rast auf einem Felsvorsprung ein und genießen den Blick, bevor wir uns an den gemütlichen Abstieg machen. Es geht immer dem Grat des Hochplateaus entlang, sodass wir auch weiterhin einen schönen Blick auf das Gletschervorland bis hin zum Meer haben. Nach insgesamt knapp 12 Kilometern kehren wir schließlich zum Parkplatz zurück. 



Fazit: Eine sehr lohnenswerte, relativ einfache Wanderung mit fantatischen Naturerlebnissen und eindrucksvollen Ausblicken. Die Wege sind gut begehbar und nur am Anfang etwas steil. Die Beschilderung ist nicht immer optimal - es empfiehlt sich, vorher im Visitor Center eine Karte mitzunehmen, um sich die Orientierung zu erleichtern. Insgesamt eine perfekte Halbtagestour, für ein einfaches Kennenlernen des Skaftafell-Nationalparks.

Sonntag, 10. Juli 2016

4. Etappe auf dem Schluchtensteig von Fischbach nach St. Blasien 20 km



4. Etappe auf dem Schluchtensteig von Fischbach nach St. Blasien 20 km

Heute ist der 02.06.2016. Die Hälfte der Strecke von 119 km des Schluchtensteiges haben wir geschafft. Wir hatten bisher Wetterglück, trockenes Wanderwetter mit max. 22 Grad. Von der Strecke und der Landschaft sind wir sehr zufrieden und beeindruckt. Heute starten wir die 4. Etappe von Fischbach nach St. Blasien.

Hier die Etappen:

5.      St. Blasien nach Todtmoos 20 km
6.      Todtmoos nach Wehr 24 km

Die Etappe 4 ist mit 20 km ausgeschrieben, lt. Navi werden es allerdings 21,8 km. Heute Nacht hat es geregnet. In den Wäldern werden die Pfade wieder rutschig sein.
 
Bei leichtem Regen geht es los. Von unserem Hotel „Zum Hirschen“ ist der Einstieg nicht weit und wir finden den Einstieg in den Schluchtensteig schnell. Es geht links den Berg hinauf. Erstes Ziel ist der Bildstein. Da Fischbach schon auf 1049 HM liegt, ist der Anstieg auf 1140 HM nicht so gewaltig. 
 
Trotzdem fängt der Kreislauf an zu Pumpen und der erste Schweiß fließt. Der kleine Abstecher auf den Bildstein lohnt sich. Ein toller Blick zum Schluchsee und zum Feldberg. Nun hört auch der leichte Regen auf.
 
Auf Zickzackpfaden geht es zum Schluchsee, der größte Schwarzwaldsee, der bei warmen Wetter zum Baden einlädt. Leider nicht heute, aber er ist schön anzuschauen. 
 
Wir wandern rechts am Schluchsee entlang und erreichen nach einiger Zeit den Untenkrummenhof, wo wir einkehren und einen tollen Seeblick genießen.
 
Weiter geht es Richtung St. Blasien. Nach knapp einer Stunde Anstieg erreichen wir auf dem Berg die Krummenkreuzhütte auf 1150 HM. Der Aufstieg war kräftezehrend und wir machen oben eine Verschnaufpause. 
 
Auf weiteren breiten Wegen geht es nach Muschenland, dort genießen wir die schönen Ausblicke ins Tal. Hier strahlt die Landschaft eine schwere Ruhe aus.
 
Der Weg führt uns zwischen oberem- und unterem Habsberg, wo wir uralte Schwarzwaldhöfe entdecken. Wir passieren die Wittemlehütte und kurz darauf das Pfaffenbrünnele. Dann steigt der Weg auf 1120 HM und wir erreichen die Blasi-Althütte. 
 
Der breite Weg geht nun stark bergab. Von weitem hören wir das vertraute Wasserrauschen. Über eine Felsstufe fließt das Wasser und sucht sich den Weg durch eine kleine Klamm. 
 
Wir steigen und klettern den Weg hinab am Windberg-Wasserfall. Nun kommen wir doch auf unsere Kosten des Schluchtensteigs.
 
Wir verlassen die kleine Schlucht und wandern langsam in unser Etappenziel St. Blasien ein. Vom eindruckvollen Dom in dieser kleinen Stadt sind wir fasziniert. 
 
Die gewaltige Kuppel mit 62 m Höhe und 36 m Durchmesser ist ein Meisterwerk der Baukunst. Sie gehört zu den größten Kirchenkuppeln Europas und steht nicht in Rom, nein in St. Blasien. Diese besichtigen wir nach einer erfrischenden Dusche und schlendern durch die Stadt.
 

Fazit: Die 4. Etappe, lt. Navi mit 21,8 km, war eine leichte Wandertour mit 460 HM Auf- und 420 HM Abstieg. Für diese Strecke brauchten wir 5:20 Laufstunden. Die Tour geht überwiegend über breite Wege durch Wald und Wiesen. Manchmal war sie etwas langweilig, aber die schönen Aussichtspunkte machten alles wieder gut.
 
Das Ende der Tour mit dem Einmarsch in St. Blasien und dem Blick auf den Dom war grandios. Das Wetter hat gehalten. Stark bewölkt bei 18 Grad. Frischer Wind aber trocken. Zwei Drittel des Schluchtensteigs haben wir nun geschafft. Die Kondition hat gehalten, ebenso auch das Schuhwerk und wir haben keine Blasen bekommen. Meine Zweisockentechnik hat sich wieder einmal bewährt. Achtung: Für diese Strecke Getränke und Proviant nicht vergessen.  

Der Schluchtensteig war auf dieser 4. Etappe sehr gut und sicher ausgeschildert.  



























































Montag, 4. Juli 2016

Schluchtensteig 3. Etappe Schattenmühle nach Fischbach 20 km



Über das Gasthaus Schattenmühle gibt es im Internet viele negative Bemerkungen. Wir haben es getestet. Die Zimmer sind zwar einfach eingerichtet, das Essen ist aber okay. Die Preise sind etwas zu hoch, aber insgesamt bewerten wir das Preis-Leistungsverhältnis als okay ein. Dafür bekommt man nostalgische Schwarzwaldatmosphäre und das Hotel liegt direkt am Schluchtensteig und die Sonnenterrasse ist wunderbar.

Der dritte Tag verspricht uns ein Wanderwetter, trocken mit 21 Grad. Nun geht es auf der Etappe von der Schattenmühle nach Fischbach.

Hier die Etappen:

5.      St. Blasien nach Todtmoos 20 km
6.      Todtmoos nach Wehr 24 km

Wir verlassen die Schattenmühle, überqueren die Straße Richtung Brücke. Nach einigen Metern vor der Brücke geht ein kleiner Pfad in den Wald aufwärts.
 
Der Anstieg ist steil. Nach kurzer Zeit wird  der Körper heiß und treibt den Schweiß. Nach einigen Minuten stoßen wir auf einen breiten Waldweg. Es geht nach links, Richtung Räuberschlössle.
Der Weg geht durch den Wald. Dann hinaus an Kornfelder und bunten Wiesen entlang, gelangt man zur Schlucht. Das Wasserrauschen der Wutach kommt immer näher. Dann erreichen wir nach 2,5 km das Räuberschlössle auf 720 HM. Hier ist ein schöner Aussichtspunkt. Die einstige Burg war später ein „Versteck für Gesindel“. Gesindel treffen wir dort nicht, allerdings unsere mitreisenden Wanderer. Die nächsten drei km verläuft der Weg konstant auf der gleichen Höhe, bis wir eine überdachte Holzbrücke – Stallegerbrücke – erreichen.
Unsere Tour geht rechts der Brücke weiter. Wir stoßen auf einen märchenhaften Weg. Ein schmaler naturnaher Pfad läuft direkt am Fluss einlang.
 
Der Weg führt uns zur Rotenbachmündung, zur Rotenbachbrücke und dann zu zwei weiteren Stahlgitterbrücken. Wie überqueren die Wutach und folgen der Wegmarkierung auf den Berg Richtung Lenzkirch.
Die Tour geht über beeindruckende Naturpfade an der Haslach entlang.
 
Bis wir an Feldern vorbei Lenzkirch erreichen. Dort kehren wir im Cafe am Rathaus ein und stärken uns für die restliche Strecke dieser Tour. Witzig. Wir treffen dort auch wieder die anderen Wanderer, die uns schon seit Tagen begleiten. Es entwickelt sich schon langsam eine kleine Gemeinschaft.
Nun haben wir noch eine aufsteigende Tour von 804 HM auf 1110 HM vor uns. Bis wir dann das Etappenziel Fischbach auf 1049 HM erreichen, aber das sind noch sieben Kilometer. Langsam traben wir aus Lenzkirch hinaus. Von einem Aussichtspunkt haben wir noch einem einen schönen Ausblick auf diese schöne kleine Stadt.
 
Wieder geht es durch dichten Wald und an saftigen Wiesen und Weiden vorbei. Hier grasen die Kühe noch auf diesen Weiden. Auf 952 HM erreichen wir die Cyriakuskapelle. Dort machen wir eine kleine Pause, bevor es wieder weiter aufwärts geht.
 
Die Steigung bedarf einer guten Kondition. Nach dem höchsten Punkt und einer Picknickstelle geht es rechts abwärts und wir erreichen erschöpft aber glücklich unser Etappenziel Fischbach.
Fazit: Die Strecke ist lt. Navi 20,7 km lang. Sehr schöne Naturpfade und die Strecke ist sehr abwechslungsreich und zum Teil märchenhaft verträumt. Der höchste Punkt 1110 HM. Auf 510 HM ab 360 HM. Die Strecke ist perfekt ausgeschildert. Für die Tour ist gutes Schuhwerk notwendig. Außerdem sollte Proviant und Getränke in den Rucksack eingepackt werden, da unterwegs nur wenig Einkehrmöglichkeiten vorhanden sind.