Montag, 11. November 2019

Bergwanderung von Walchensee zum Herzogstand bis zur Heimgartenhütte - 2. Mal




Bergwanderung von Walchensee zum Herzogstand 

bis zur Heimgartenhütte 2. Mal

Vor zwei Jahren sind wir schon einmal diese Wanderung gewandert und waren total begeistert. Allerdings war es an einem sonnigen Oktobersonntag und viele Münchner sind auch auf diese Wanderidee gekommen. So war es sehr voll auf dem Berg. Diesmal fahren wir an einem Dienstag in der dritten Oktoberwoche dort hin. Das Wetter war wieder sehr schön. Der Andrang auf den Berg hielt sich in Grenzen.
 
Anfahrt nach Walchensee von Garmisch sind nur 18 km. Uns erwartet bei goldenem Oktobersommer eine anspruchsvolle und aussichtsreiche Bergwanderung. Wir wandern hinauf zum Herzogstand, allerdings ab der Bergstation, über den Grat zum Heimgarten und von dort wieder hinunter zum Walchensee.
 
Daten: Länge 13,6 km davon 1,4 km Seilbahn, Aufstieg 380m (1270m) und 1190 m Abstieg, Startpunkt ist die Bergstation und Zielpunkt der Parkplatz Talstation der Herzogbahn. Laufzeit: 4:45 Stunden (6:30 Std), mittelschweres bis schwieriges anspruchsvolles Gelände. Kondition: sehr gut. Wanderung auf aussichtsreichen Wanderwegen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist notwendig.
 
Es ist der 22.10.2019. Wir erwarten einen tollen Oktobersommertag mit bis zu 22 Grad. Auf geht´s von Garmisch nach Walchensee am selbigen See. Als wir dort ankommen, stellen wir mit Freude fest, dass wir zu den wenigen Besuchern an diesem Tag sind. Der erste Parkplatz an der Talstation ist ziemlich leer. Ein Schild macht uns darauf aufmerksam, dass die Hütte zum Herzogstand heute nicht geöffnet ist. Leider stellen wir später auch fest, dass auch die Heimgartenhütte ebenso schon geschlossen hat, denn sie hat nur bis zur Kirchweihe geöffnet.
 
Zumindest habe wir an der Talstation der Herzogbahn keine Wartezeit und wir kommen in einer halbvollen Kabine mit 15 Personen in vier Minuten Fahrt auf den Berg.
 
Dort oben beginnt ein breiter Weg ab der Bergstation. Wir sehen schon den kleinen Pavillon auf dem Herzogstandgipfel und auch den Zickzackpfad der nach oben läuft. Nach 15 Minuten erreichen wir schon das Herzogstandhaus, leider zu. Wir gehen eine halbe Stunde über Kehren zum Gipfel des Herzogstand (0:45 Std).
 
Diese Strecke bis hierhin, war einfach. Der Blick hier oben ist genial. Wir bewundern die Bayrischen Voralpen, das Kaisergebirge, den Karwendel, die Stubaien. Auf ca. 500 Höhenmeter ist eine dicke weiße Nebeldecke so dass wir den Kochelsee und den Starnberger See und die Täler, trotz herrlicher Sicht, nicht entdecken können. In weiter Ferne kann man sogar München entdecken. Langsam treibt die weiße Nebeldecke auch auf den Walchensee zu.
 
Wir verlassen nun den Gipfel und starten die schwierige (schwarze) Tour zum Heimgarten. Es wird auf dieser Tour leerer. Jetzt heißt es aufpassen, denn diese Tour ist durchaus anspruchsvoll die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangt. Dafür bietet dieser schöne Berggrad eine wunderbare 360 Grad Aussicht.
 
Erst geht es abwärts, dann balanciert man an Drahtseilen entlang weiter. Der ganze Weg bietet ein einzigartiges Panorama, aber man muss auch auf jeden Schritt achten, dass man sicher klettert.
 
Die Sonne weist uns zum Schlehdorfer Kreuz. Mit anstrengendem Auf und Ab geht’s  es langsam zum Gipfel, der auch schweißtreibend ist. Disziplinierend sind die entgegenkommenden Wanderer bei den Engpässen, die geduldig die Wanderer vorbei lassen. Endlich erreichen wir das Gipfelkreuz des Heimgartens und genießen auch hier die tolle Aussicht (2:15 Std).
 
Die Heimgartenhütte ist verwaist. Montainbiker haben sich auf der Terrasse gemütlich gemacht. Von hier können wir das tolle Panorama noch einmal bewundern bevor der Abstieg beginnt. Der Weg geht auf schmalem Pfad durch Latschenkiefern hinunter zur Ohlstädter Alm. 
 
Wir erreichen einen Sattel und genießen dort noch die letzten Sonnenstrahlen der Tour, bevor wir weiter Abwärts bis auf 700 m durch den schattigen Wald unterhalb des Ratwandkopfes wandern. Nun wird es immer nebeliger und frischer. Endlich erreichen wir einen Bach, der uns zum Walchensee zum Parkplatz der Talstation der Herzogstandbahn führt.
 
Fazit: Anspruchsvolle Wandertour, die Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Kondition erfordert. Dafür wird man mit sensationellen Ausblicken und abwechslungsreichen Landschaften belohnt. Einkehrmöglichkeiten in zwei Hütten, wenn sie geöffnet sind. Sehr beliebte Münchener Tour. Bei gutem Wetter wird es voll auf dem Berg. Tolle Tour. Getränke und Sonnencreme nicht vergessen.  Zweckmäßig ausgeschildert. Gutes Schuhwerk ist ebenso wichtig.














































































Dienstag, 29. Oktober 2019

Adlerweg - Der Weg ist das Ziel Etappenberichte von 1 - 9

Adlerweg - Der Weg ist das Ziel

Nachdem meine Frau Ella und ich aus dem Norddeutschen Bereich immer mehr südlichere Wanderwege für unsere Fernwanderungen aussuchten, sind wir nun auf den bekanntesten Fernwanderweg in Tirol gestoßen, dem Adlerweg. Dieser ist 2015 neu überarbeitet worden und hat nun 24 Etappen mit insgesamt 320 km und 23.000 Höhenmetern. Die letzten zwei Jahre sind wir jeweils quer durch das Allgäu gewandert. Im Vergleich dazu ist der Adlerweg eine weitere Wanderliga und schon eine Herausforderung. Geplant haben wir in diesem Jahr die ersten 12 Etappen von St. Johann nach Innsbruck, mit 180 km und ca. 11.500 Höhenmetern, zu wandern. Geschafft haben wir allerdings aufgrund schlechter Wetterbedingungen 9 Etappen. Wir erlebten ein fantastisches Bergerlebnis mit tollen Erfahrungen bei Termperaturen bis zu 37 Grad. Das hat uns schon an unsere Leistungsgrenzen gebracht, so dass die Tour ein wahres Abenteuer war und kein einfacher Spaziergang. 

Unsere neun Etappen auf dem Adlerweg 

Etappe 1: St. Johann im Tirol zur Gaudeamushütte
Etappe 2: Gaudeamushütte zum Hintersteiner See (Pension Maier)
Etappe 3: Hintersteiner See nach Kufstein
Etappe 4: Kufstein zur Buchackeralm
Etappe 5: Buchackeralm nach Pinegg
Etappe 6: Pinegg nach Steinberg am Rofan (Gasthof Waldhäusl)
Etappe 7: Steinberg am Rofan zur Erfurter Hütte
Etappe 8: Erfurterhütte / Maurach am Achensee zur Gramailalm (Alpengenussshof)
Etappe 9: Gramailalm zur Engalm 


Als Wanderliteratur und Wanderführer benutzten wir mit guten Erfahrungen: Österreich: Adlerweg, Christian Rupp, OutdoorHandbuch Band 359, Der Weg ist das Ziel, ISBN 978-3-86686-469-6.

 







Freitag, 18. Oktober 2019

Adlerweg Tirol Etappe 9 Gramailalm zur Engalm

Adlerweg - Der Weg ist das Ziel

Nachdem meine Frau Ella und ich aus dem Norddeutschen Bereich immer mehr südlichere Wanderwege für unsere Fernwanderungen aussuchten, sind wir nun auf den bekanntesten Fernwanderweg in Tirol gestoßen, dem Adlerweg. Dieser ist 2015 neu überarbeitet worden und hat nun 24 Etappen mit insgesamt 320 km und 23.000 Höhenmetern. Die letzten zwei Jahre sind wir jeweils quer durch das Allgäu gewandert. Im Vergleich dazu ist der Adlerweg eine weitere Wanderliga und schon eine Herausforderung. Geplant haben wir in diesem Jahr die ersten 12 Etappen von St. Johann nach Innsbruck, mit 180 km und ca. 11.500 Höhenmetern, zu wandern. Geschafft haben wir allerdings aufgrund schlechter Wetterbedingungen 9 Etappen. Wir erlebten ein fantastisches Bergerlebnis mit tollen Erfahrungen bei Termperaturen bis zu 37 Grad. Das hat uns schon an unsere Leistungsgrenzen gebracht, so dass die Tour ein wahres Abenteuer war und kein einfacher Spaziergang. 

Unsere neun Etappen auf dem Adlerweg 

Etappe 1: St. Johann im Tirol zur Gaudeamushütte
Etappe 2: Gaudeamushütte zum Hintersteiner See (Pension Maier)
Etappe 3: Hintersteiner See nach Kufstein
Etappe 4: Kufstein zur Buchackeralm
Etappe 5: Buchackeralm nach Pinegg
Etappe 6: Pinegg nach Steinberg am Rofan (Gasthof Waldhäusl)
Etappe 7: Steinberg am Rofan zur Erfurter Hütte
Etappe 8: Erfurterhütte / Maurach am Achensee zur Gramaialm (Alpengenussshof)
Etappe 9: Gramaialm zur Engalm 


Als Wanderliteratur und Wanderführer benutzten wir mit guten Erfahrungen: Österreich: Adlerweg, Christian Rupp, OutdoorHandbuch Band 359, Der Weg ist das Ziel, ISBN 978-3-86686-469-6.

Die Daten der Etappe 9:  Gramaialm (Alpengenusshof) zur Engalm
Länge 13,1 km (Navi)
4:50 Std. Laufzeit Aufstieg: 700 m Abstieg: 700 m Höchster Punkt 1953 m Niedrigster Punkt 1250 m
Anspruch: Bergwelt rot

Unsere Wandertour Etappe 9 ist abweichend von der offiziellen Etappe 9 des Adlerweges. Wir haben gestern im Alpengenusshof Gramaialm Einkehr gemacht. Die Adlerweg Etappe endet weiter oben in der Lamsenjochhütte.
 
 Aufgrund der gestrigen Hitze waren wir sehr froh, dass wir um 15:30 Uhr in Gramaialm einkehren konnten. Es ist dort sehr schön, mit den vielen Wellness und SPA-Angeboten. Die Unterkunft ist sehr komfortabel und auch der Service ist sehr angenehm. Eine richtige Wellness-Oase mitten in den Alpen. Man sollte allerdings darauf achten, dass man genug Bargeld mit hat, da die Kartenzahlung nicht immer funktioniert.

Wir starten gleich nach dem reichhaltigen Frühstück. Von der Gramaialm geht es weiter bergauf in den Gramaier Grund. Es ist ein großer Talkessel. Das Lamsenjoch befindet sich oberhalb des Geröllfeldes. Heute am frühen Morgen ist es hier oben schon wieder sehr heiß. Auf einer geschotterten Fahrstraße wandern wir zunächst über eine Almwiese und später durch lichte Latschenkiefern immer bergauf. Was fehlt, ist der Schatten.


Die idylischen Häuser der Gramaialm haben wir schon längst hinter uns gelassen. Unser Weg wird im Verlauf immer steiler und schmaler. In vielen Kehren führte er die restlichen 400 HM den sonnigen Hang zum östlichen Lamsenjoch hinauf.
 
Gut erkennbar ist über dem Lamsenjoch die Lamsenspitze (2508 m), die bei Kletterern ein beliebtes Ziel ist. Am Joch angekommen, halten wir uns links und sehen von weitem die Lamsenjochhütte, wo wir dann Einkehren.

Über den Bergen braut sich schnell etwas zusammen. Die Wolken wirken dunkel und bedrohlich. Langsam fängt es an zu grummeln. Es zieht schnell ein Gewitter auf. Unser Ziel ist heute das Almdorf Engalm noch in 6,2 km Entfernung.
 
Wir wagen es, die Tour weiter fort zu setzen. Nach ca. 500 m fängt es an zu stürmen, so dass wir wieder zurück zur Lamsenjochhütte gehen, um auf besseres Wetter zu warten. Nach einer Stunde wagen wir es erneut. Nun wandern wir wieder retour zum Lamsenjoch in Richtung Engalm.

Links erhebt sich beeindruckend die Lamsenspitze, dann erreichen wir das Lamsenjoch (1940 m) und es beginnt der Abstieg. Der Weg ist zunächst gemütlich in Kehren auf einer geschotterten Fahrstraße. Wir folgen der Beschilderung Engalm bzw. Binsalm.
 
In der Binsalm verweilen wir nur kurz. Es ist weiter stark bedeckt und ab und zu kommt ein Schauer durch. Regen ist an diesem Tag ein ganz neues Erlebnis. Von der Binsalm sind es noch 2,2 km ins Tal zur Engalm. Am Ende des Waldes angelangt, eröffnet sich ein toller Blick über den Großen Ahornboden und das Almdorf Engalm.
 
Dort kehren wir im Hotel Engalm ein. Hier ist unsere Wandertour auf dem Adlerweg zu Ende, da man uns wetterbedingt einen Abbruch empfiehlt. Mit gemischten Gefühlen nehmen wir die Empfehlung an und starten am nächsten Tag die Rückreise nach Hamburg.